Südwestmetall-Mitgliederversammlung

Erstellt am: 09/23/2019

Neuer Vorsitzender vermisst im Abschwung Unterstützung durch heimische PolitikKristeller: „M+E-Industrie erlebt gegenwärtig den markantesten konjunkturellen Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise“

vergroessern

KARLSRUHE/BADEN-BADEN – Die Metallarbeitgeber im Raum Mittlerer Oberrhein-Enz vermissen im gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwung die Unterstützung durch die heimische Politik. „Wir erleben in der Metall- und Elektroindustrie gegenwärtig den markantesten konjunkturellen Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise von vor zehn Jahren“, sagte der neugewählte Vorsitzende der Bezirksgruppe Karlsruhe des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Michael Kristeller, am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung des Verbands in Baden-Baden. „In dieser Situation erwarten wir als Unternehmer, dass unsere Regierung alles daran setzt, den heimischen Wirtschaftsstandort wetterfest zu machen. Doch statt auf wachstumsfördernde Investitionen zu setzen, geht es der Großen Koalition in erster Linie nur um Umverteilung“, kritisierte er.

Der Gesetzgeber müsse endlich seine Verantwortung in der Gestaltung moderner Rahmenbedingungen für die Unternehmen wahrnehmen, forderte Kristeller: „So mahnen wir schon seit Jahren eine Flexibilisierung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen an. Diese sind in Deutschland unnötigerweise strenger als in der Europäischen Union.“ Dabei gehe es den Arbeitgebern nicht um grundsätzlich längere Arbeitszeiten. „Wir wollen lediglich, dass die vereinbarte Gesamtarbeitszeit künftig flexibler und bedarfsgerechter eingesetzt werden kann“, erklärte er.

Mehr Flexibilität für die Unternehmen sei angesichts des rauen konjunkturellen Umfelds jetzt das Gebot der Stunde, so der neue Bezirksgruppen-Vorsitzende. „Was wir deshalb überhaupt nicht gebrauchen können, ist die von der Groko geplante Einschränkung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen“, unterstrich er: „Dies wäre ein schwerer Schlag für unsere Unternehmen. Befristungen sind für die Unternehmen ein unverzichtbares Instrument, um im immer härter werdenden globalen Wettbewerb die nötige Beweglichkeit zu haben.“

Angesichts des deutlichen Rückgangs von Aufträgen und Produktion in der M+E-Industrie mahnte Kristeller die IG Metall, in der kommenden Tarifrunde mit ihrer Lohnforderung nicht erneut zu überziehen. „Lassen Sie uns gemeinsam einen Tarifabschluss mit Augenmaß und mit vernünftigen, den Strukturwandel flankierenden Elementen finden, damit die deutsche M+E-Industrie auch künftig erfolgreich in der Champions-League mitspielen kann“, appellierte er an die Gewerkschaft.

In seiner Rede dankte Kristeller auch seinem Vorgänger im Vorsitzendenamt, Dr. Gerhard Flöck, für dessen langjähriges großes Engagement für die Interessen der heimischen M+E-Unternehmen. Bei der Mitgliederversammlung wurde zudem der Beschluss gefasst, die Bezirksgruppe Karlsruhe künftig in Bezirksgruppe Mittlerer Oberrhein-Enz umzufirmieren, um die regionale Zuständigkeit für die Unternehmen noch besser zum Ausdruck zu bringen.

Zur Person:

Der 54jährige Michael Kristeller ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist alleiniger Geschäftsführer der Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG mit 500 Mitarbeitern. Sie gehört zum Rosenbauer-Konzern, dem weltweit größten Anbieter von Feuerwehrfahrzeugen und -ausrüstung mit Sitz im österreichischen Linz. Am Standort Karlsruhe werden seit über 100 Jahren Hubrettungsfahrzeuge hergestellt. 1998 erfolgte die Übernahme durch den Rosenbauer-Konzern und die Fokussierung der Produktion auf Hightech-Hubrettungsgeräte.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: http://karlsruhe.suedwestmetall.de/SWM/web.nsf/id/li_suedwestmetall-mitgliederversammlung.html
Datum: 16.10.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185